Prof. Dr. Holger Schiele – Welche Maßnahmen müssen wir ergreifen, um umweltfreundliche Politik zu gestalten?

Prof. Dr. Holger Schiele, Professor für Technologiemanagement an der Universität Twente in Enschede (Niederlande). Er ist Autor mehrerer Bücher, u.a. „Der Standort-Faktor. Wie Unternehmen durch regionale Cluster ihre Produktivität und Innovationskraft steigern“:

Die Klimaprognosen seien noch unsicher, würden aber für drastische Maßnahmen bemüht: Gibt es ein Demokratie- oder ein Klimaproblem?

Die bisherigen Klimamodelle zeigten mangelhafte Prognosegenauigkeit. Die Wissenschaft sei noch uneinig über die Ursachen und diskutiere zahlreiche Lösungsansätze. Auffällig aber sei, dass die allgemeine Presse die wissenschaftliche Unsicherheit kaum aufgreifen würde.

Neben menschlichen gäbe es auch nichtmenschliche Einflüsse auf die Temperaturentwicklung, ihr spezifisches Gewicht sei jedoch noch nicht abschließend geklärt. Die nächsten ein, zwei Jahrzehnte erst würden zeigen, ob endlich ein belastbares Verständnis der Temperaturentwicklung vorliege (Annahme: grundsätzliche Prognostizierbarkeit)

Eine verlässliche Zuordnung politischer Handlungsmaßnahmen auf messbare Temperatureinflüsse scheine zur Zeit noch mit großen Unsicherheiten bemessen zu sein (z.B. fehle eine verlässliche Einschätzung, welchen Einfluss ein Verbot des Verbrennungsmotors (CO₂) in Deutschland auf die globale Temperaturentwicklung haben würde, dennoch würden unverhältnismäßige staatliche Interventionen gefordert).

Schiele hat die Behauptung des früheren US-Präsidenten Barack Obama, 97% der Wissenschaftler würden der These zustimmen, dass CO₂  die Ursache für den menschengemachten Klimawandel sei, untersucht. Seinen Berechnungen zufolge seien es lediglich 0,56 der wissenschaftlichen Veröffentlichungen, die die Position des Weltklimarates explizit teilen würden.

Zudem wies er auf eine wachsende Einschränkung der Forschungsfreiheit in Deutschland hin. Seit dem Jahr 2000 seien Professoren zunehmend auf sogenannte Drittmittel angewiesen, die nach „Qualitätskriterien“ verteilt würden. Auf diese Weise würde die EU beeinflussen, was erforscht werden solle.


Link zum Vortragsvideo: (wird nachgereicht)

Sehen Sie dazu auch:

Klimawandel: Wie groß ist der menschengemachte Anteil?

Sylvia Pantel MdB im Gespräch mit Prof. Dr. Holger Schiele zur Studie von John Cook (University of Queensland, Australien) im Anschluss an die Veranstaltung: