Durch die Quote wird die CDU für Frauen nicht attraktiver

Leserbrief von Dr. Christean Wagner

Eine Kommission der Bundes-CDU hat Vorschläge zur Stärkung der Frauenquote beschlossen. Unbestreitbar ist, dass seit Jahren jeder CDU-Parteitag und jeder CDU-Vorstand von der Orts- bis zur Bundesebene hin es als Erfolg verbucht, wenn es ihm gelingt, möglichst viele Frauen auf aussichtsreichen Plätzen durchzusetzen. Ebenso Realität ist es heute in der CDU, dass der Vorschlag einer Kandidatin für eine Landesliste die Chancen einer guten Positionierung gegenüber einem männlichen Bewerber deutlich erhöht. Und Lebenswirklichkeit ist es auch, dass schon bei der heute praktizierten Drittelparität nicht genügend Frauen sich zur Verfügung stellen.

Was heißt dies? Geschlechterquote kann nicht angeordnet werden, sie muss gelebt werden. Das bedeutet, dass die Werbung um neue weibliche Mitglieder verstärkt werden muss. Hier ist auch die Frauenunion in der CDU besonders gefordert. In der CDU gibt es 25% Frauen und 75% Männer. Durch Satzungsbefehl sicherzustellen, dass ein Viertel der Mitglieder die Hälfte der Ämter erhält, dient weder der innerparteilichen Harmonie noch einem guten Wahlergebnis. Hinzu kommt: Ich kenne viele Frauen in der CDU, die ausdrücklich nicht auf Grund von Quote, sondern auf Grund von Qualität in die Verantwortung gerufen werden wollen.

Fazit: Durch die Quote wird die CDU für Frauen nicht attraktiver. Das Gebot der Stunde heißt, Frauen für einen Eintritt in die CDU zu gewinnen. Und: Werbend wirkt, wenn die CDU ohne Satzungszwang Frauen in führende Positionen beruft. Angela Merkel, Annegret Kramp-Karrenbauer und Ursula von der Leyen verdanken ihre Mandate nicht einer Quote.